Nicht verdrängbar

Ich habe vor einiger Zeit auf meinem Instagramprofil etwas zu einem Thema veröffentlicht, mit dem ich mich beinahe täglich auseinander setzen muss. Depressionen. Wenn ihr was zum Nachdenken haben wollt, könnt ihr euch das gerne durchlesen. Hier ist der Link zu meiner Seite.

Der Originaltext ist auf Englisch, weil der Großteil meiner Follower aus dem englischsprachigem Raum stammen, doch weiter unten hier in diesem Post, habe ich ihn euch nochmal übersetzt.

A few weeks ago someone asked me how depression feels like. For me and I bet for a lot people outside there it’s like that: When I am lying on the floor I see a colorful thing, the alarm for fire and my lamp. The colorful thing is my boyfriend, the alarm for fire represents my friends but the lamp – the dark lamp – is my depression. So I am lying on the floor of my locked room and I only can stare to the lamp and don’t recognize the other – a lot nicer – things on the ceiling. I am the ceiling. In the moment I stare to the lamp I can’t stop staring, because it is like I am frozen. I can’t think of the good things in my life. I only can concentrate on this big not filled hole: The fear of everything.

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Mein Bild von Instagram zum Originalpost

Vor ein paar Wochen hat mich jemand gefragt, wie es sich anfühlt, Depressionen zu haben. Für mich und für garantiert eine Menge Leute da draußen in der großen, weiten Welt, fühlt sich das ungefähr so an: Wenn ich auf dem Boden liege, sehe ich an meiner Decke ein buntes Windspiel, den Feueralarm und meine Lampe. Das Windspiel steht für meinen Freund. Er kann mich aufmuntern, aber aus einem Zustand tiefer Depression leider nicht hervorholen. Der Feueralarm steht stellvertretend für meine Freunde. Sie sind immer da, wenn ich sie brauche, in wirklich dringenden Situationen beispielsweise, aber wenn ich wieder in einem großen, schwarzen Loch versinke, können auch sie mich nicht erreichen. Und die Lampe, das ist meine Depression. Sie ist schwarz, wie das Gefühl, das ich verspüre. Das alles ist auf mir, ich bin die Decke. Wenn ich also auf dem Boden meines verschlossenen Zimmers liege und die Decke anschaue, kann ich nur die Lampe anstarren. Nur die Lampe. Nichts anderes. Weder Verkehrslärm von draußen, noch das Radio in der Küche kann mich ablenken. Ich bin wie gefroren. Ich will nicht aufstehen, obwohl es eine Menge gemütlichere Plätze in meinem Zimmer gibt, als den harten und kalten Holzboden. Ich kann mich nur auf dieses riesige, schwarze Loche konzentrieren, dass mich ausfüllt und meine Angst verkörpert. Die Angst, alles falsch zu machen.

Dieser Text entstand nach einer wirklich heftigen „Welle“ von Depression. Ich lag tatsächlich auf dem Boden und habe an nichts gedacht. An gar nichts. Ich habe nach oben geschaut und meine Decke angestarrt, an der tatsächlich nur drei – oben genannte – Dinge hängen. Nachdem dieser riesige Anfall vorbei war, habe ich daran gedacht, wie ein Freund mich danach gefragt hat und ich habe es auf Instagram gestellt. – Ich habe bestimmt nicht die schlimmsten Depressionen auf dieser Welt, aber die Ängste sind so ausgewachsen, dass man bei ihnen von Depressionen sprechen kann. Sie sind permanent da, manchmal treten sie in den Hintergrund, wie wenn ich mit Freunden was total lustig-dummes anstelle, oder ich in den Urlaub fahre. Aber im Grunde sind sie immer da und wenn ich dann schlechtes Feedback aus den wichtigen Bereichen meines Lebens kriege (wie zum Beispiel die Schule) überrollt es mich und ich kann mich nicht mehr bewegen. Da gab es Mal eine wirklich schlimme Mathearbeit mit einem Blackout, das über zwanzig Minuten anhielt, aber das erzähle ich vielleicht irgendwann ein anderes Mal.

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