„Zu weit links!“

Irland. Mein Traumland schlecht hin. Am Montag sind wir gaaaanz früh aufgestanden und in den total überfüllten Zug Richtung Flughafen gestiegen. Eingequetscht zwischen meiner Lehne, meinem Koffer und der Lehne des kleinen Mädchens vor mir begann also die Reise. Nach einer und einer halben Stunde Zugfahren waren wir dann endlich an dem hässlichen Gebäudekomplex angekommen, der sich Flughafen nennt. Nach ewigem Hin und Her haben wir es dann geschafft unser Gepäck aufzugeben und die Leibesvisitation namens Sicherheitskontolle über uns ergehen zu lassen. Sie haben mich rausgezogen. Typisch. Aber ich habe ganz ehrlich keine Chemikalien oder Bomben geschmuggelt!

In Irland angekommen, haben wir unsere Koffer geholt und sind dann los zur Autovermietungsstelle. Weder mir noch meiner Mutter war klar, dass da so viele Firmen ihre Autos anbieten. Nach ewig langem Nachgucken, ob auf unserem Internetbuchungszettel nicht doch noch eine Firma steht, standen wir dann endlich vor dem richtigen Schalter. Kleiner Tipp an euch: Niemals Voll-Leer sagen, wenn es um die Tankfüllung geht. Immer Voll-Voll. – Meine Mutter ist in Irland das erste Mal auf der linken DSCF1728Seite gefahren. Und ihr Gefluche im Auto hat sich ungefähr so angehört: „Oh scheiße! Ein Kreisel! Verdammt, ist das hier Rechts vor Links oder Links vor Rechts?“ Es war Rechts vor Links. Unlogisch, ich weiß, ist aber so. Ich hatte unser Ziel deutlich vor Augen. Zumindest auf der Karte. Zwischen Drogheda und Slane lag die Schweinefarm, in der wir geplant eine Nacht bleiben sollten. Kleiner Tipp am Rande: Nehmt eine leere Flasche mit ins Flugzeug, die ihr euch danach wieder auffüllen könnt. Sowohl meine Mutter als auch ich waren komplett dehydriert und im Hinterland von Irland gibt es nur alle weiß-was-ich-wie-viele Kilometer einen Laden. Total mit den Nerven am Ende sind wir dann nach zwei Stunden Suchen in einen kleinen Shop rein, haben uns vier Pullen zwei Literflaschen geholt (und eine kleine Fanta für mich 😉 ) und sind dann endlich mit etwas klarerem Kopf weitergefahren. Trotz der Migräne meiner Mutter (die immer dann auftaucht, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann) sind wir irgendwann angekommen. So unter uns: Wir sind ungefähr sechs Mal die Straße rauf und runter gefahren, auf der Suche nach der Schweinefarm.

Wir hatten einen kleinen Aufenthalt in Slane. Überall kleine Läden, die in schönen bunten Farben auffallen, natürlich jeder auf seine eigene Weise. Das kleine Dorf voller Charme hat

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Kaffee trinken in Slane

mich sofort gefangen genommen. Ich liebe den Flair. Man läuft über die Straße und die Leute fragen: „How are you?“ Es klingt dann doch eher nach „Hoaryea?“ Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich den zusammengequetschten Kauderwelsch verstanden habe. Aber die Iren sind insgesamt sehr nett und aufgeschlossen. Sich mit ihnen zu unterhalten geht unglaublich leicht und die Leute scheinen einen immer zu mögen.

Letztendlich haben wir sie dann auch gefunden – die Schweinefarm. Beim Aussteigen ist uns dann erst mal der köstliche Geruch von Schweinekot in die Nase gestiegen und hat den ersten Hunger

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Unser erster Abend in Irland

vertrieben. Wir haben uns dem Farmer Colin vorgestellt, der uns dann auch unser Zimmer gezeigt hat. Das Haus war minimalistisch eingerichtet. In dem mittelgroßen Foyer stand allein eine Kommode plus Router (ja, Wlan hatte diese Farm, auch wenn es nicht gut war …). Links ging es zu dem Arbeitszimmer von Colin und rechts gegenüber lag das Wohnzimmer. Ging man weiter geradeaus, kam man in die relativ geräumige Küche. Von dort aus in der rechten Richtung lagen die Schlafzimmer. Außer uns waren noch zwei Spanier da, bei denen ich mir sehr sicher bin, dass die beiden Youtuber waren. Oder so. Vielleicht zwei Stunden nach unserer Ankunft kamen dann auch zwei Freunde aus Deutschland. Meine Gitarrenlehrerin und ihr kleiner Sohn, der leidenschaftlich gerne redet.

DSCF1787Gegen Abend kamen meine Mutter und die Freundin auf die Idee, noch in den Pub zu wollen. Pub. Find ich cool. Ich darf zwar nichts trinken (also doch, Cola und so weiter schon), aber weiter schlimm fand ich das nicht. Wir sind über ein weites Feld gestiefelt, bis wir im Dorf Slane einen Pub fanden.

Und so neigte sich unser erster Tag in Irland dem Ende entgegen. Doch der Sonnenuntergang ließ lange auf sich warten, da es erst sehr spät anfängt zu dämmern …

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Ein Gedanke zu “„Zu weit links!“

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