Ewige Weite

„Guten Morgen, liebe nicht vorhandene Sonne. Guten Morgen, schöner Tag.“ Wir sind in aller Frühe aufgestanden (noch früher als sonst, dass mit Zeitverschiebung eigentlich gar nicht so mega früh war). In deutscher Zeit vielleicht sieben Uhr. Wir wollten die Cliffs of Moher sehen, wenn sie nicht übelst überfüllt waren. Also haben wir um acht Uhr deutscher Zeit ausgecheckt, haben unser Zeug erneut in das Auto gepackt (hab ich schon erwähnt? Wir haben es Patty getauft).

Nach einer Weile sind wir auf dem sehr, sehr leeren Parkplatz angekommen und haben DSCF2108.JPGuns darüber gefreut, dass wir noch nichts zahlen mussten, da wir so früh da waren. Als wir dann ausgestiegen sind, mussten wir feststellen, dass die Innentemperatur vom Auto nicht der außerhalb entsprach. In eine Fleecejacke und eine Regenjacke eingemummelt sind wir also losgelaufen und ich habe mich für einen Moment nach Deutschland gewünscht, da es da doch deutlich wärmere Wettervorhersagen gab. Aber der Gedanke wurde schnell verworfen und wir sind umhergewandert, die Treppen bis zur obersten Plattform auf den Klippen hinauf und haben die Aussicht genossen. Tatsächlich waren auch nur sehr wenig Leute überhaupt da, um sich die leuchtenden Grüntöne der Wiesen oder die schaumigen Wellen des Meeres DSCF2153.JPGanzusehen. Ein Touristenfoto und schon waren die meisten Menschen wieder weg, unter dem Motto: Wir waren da, zwar nur für ein paar Sekunden, aber wir waren da.

Ich habe unzählige Fotos gemacht und konnte mich an dem Ausblick gar nicht satt sehen. Das Wasser in Kombination mit den felsigen Anhöhen, auf denen wir standen, sahen so mystisch aus, wie aus einem High-Fantasyfilm gerissen und ich wünschte mir, ich wäre so ein Fabelwesen, dass für immer hier sein dürfte und niemals weg müsste.

DSCF2126.JPGAber dieser Wunsch verpuffte, als meine Mutter und ich uns nach einer Stunde wieder
langsam hinunter bewegten. Der Anblick von einem leeren Parkplatz war einmal. Jede Menge Touristenbusse und und Karawanen von Autos blockierten Straßen und die asphaltierten Parkmöglichkeiten. Ich warf einen letzten Blick hinter mich, auf die niedrige Brüstung, die wohl dem Schutz dienen sollte, jedoch so niedrig war, dass man ohne jede Mühe darüber springen und in den Tod hinab stürzen könnte. Dann verließen wir, mit einem kurzen Abstecher aufs Klo, die Klippen von Moher und stiegen wieder in unser Auto.

Einen Moment hatte ich Angst, da wir ja nicht gezahlt hatten, in der Frühe, dass wir nicht durch die Schranke hindurch kommen würden, doch erstaunlicherweise funktionierte dies problemlos und ohne Ticket. Und so befanden wir uns wieder auf der Straße nach Kilkee, unserem nächsten Zielort.

DSCF2170.JPG

Die ewige Weite 

Wir fuhren noch ein kurzes Stück an den Burren vorbei. (Das heißt, wir sind umgedreht, DSCF2177wieder durch Doolin durch und haben direkt an der Landschaft gehalten.) Riesige Felsflächen/Massen, die endlos schienen. Zwischen ihnen tiefe Spalten und kleine Blümchen, die empor wuchsen. Auf der anderen Seite (die nicht endlos ins Land hineinzugehen schien) lag das Meer. Kleine Klippen und eine unglaublich blaue Farbe haben mich zu weiteren, noch unaufgeschriebenen Geschichten motiviert. – Meine Mutter ist dann noch etwas weiter hinausgewandert und ich habe im Auto angefangen Fotos zu sortieren und mich etwas auszuruhen (mir ging es an diesem Tag nicht so richtig gut).

Irgendwann sind wir in Kilkee angekommen und haben auf Anhieb ein gerade neu DSCF2200.JPGeröffnetes Hostel gefunden, das etwas den Stil vom Valley House hatte. Ich war müde und mir ging es wie gesagt nicht so super, deshalb habe ich auf einen Stadtrundgang verzichtet und mich sofort ins Bett gelegt. Schlafen konnte ich aber nicht, deshalb werde ich diese Location jetzt immer mit der FederLeicht Reihe von Marah Woolf assoziieren.

Gegen Abend begann aber dann auch mein Magen zu knurren (nichts mehr gegessen seit dem Mittagessen …) und habe deshalb kurzer Hand beschlossen Fish&Chips essen zu gehen. So kam es, dass meine Mutter und ich am Strand saßen, ich meine Pommes mit Fisch aß und wir den Sonnenuntergang beobachtet haben. (Später habe ich auch noch ein Neidisch-Mach-Bild auf Instagram veröffentlicht …)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s