Almost

In manchen Büchern möchte man die Hauptfigur sein, in diesem ganz sicher nicht. Der Roman Almost von Anne Eliot beschäftigt sich mit Auswirkungen von dem schlimmsten der schlimmen Erlebnisse.

almost.jpgJess ist siebzehn und steht am Ende ihres vorletzten Schuljahrs. Dieser eine Sommer steht vor der Tür, der Sommer, in dem sie ihren Eltern beweisen will, dass sie zu selbstständigem Leben fähig ist. Vor drei Jahren, in der neunten Klasse, wurde sie beinahe vergewaltigt und jede Nacht suchen sie Alpträume der schlimmsten Sorte heim. Jess kann sich nicht erinnern, was in jener Nacht tatsächlich passiert war, das einzige, was ihr in ihrer Erinnerung noch übrig geblieben war, ist die Beinahe-Vergewaltigung. Deshalb hat sie beschlossen, in der Nacht wach zu bleiben und am Tag kleine Nickerchen zu schieben, wann immer sie kann. Um ihre Taugfähigkeit zum Leben unter Beweis zu stellen, hat Jess sich bei einer Firma für ein Praktikum beworben. Dort trifft sie auf Gray Porter, ein Junge von ihrer Schule, den sie kurz darauf anheuert ihren Fake-Freund zu spielen, damit Jess bei ihren Eltern ein Gewühl von Normalität erzeugen kann. Doch was sie nicht weiß, ist, dass Gray Porter viel mehr in ihre Vergangenheit involviert ist, als Jess es sich überhaupt vorstellen kann.

Das Buch war ein Sahnetörtchen. Wunderbar leicht zu lesen, liegt einem aber danach schwer im Magen. Vergewaltigung ist kein leichtes Thema und auch die Auswirkungen sind immens. Jede einzelne Sekunde, in der Jess erzählt hat, habe ich mitgelitten und mir nur gewünscht, dass das Arschloch hinter Gitter kommt. Auch ist die Geschichte interessant verwoben. Dadurch, dass abwechselnd aus der Sicht von Gray und Jess erzählt wird, hat man das Gefühl ganz in der Geschichte drin zu sein. Man kennt jeden Standpunkt und ärgert sich mit, wenn eine Person eine falsche Reaktion von sich gibt. Das Buch hat mir einige schöne Stunden beschert, wenn sie auch ziemlich heftig waren. Der Schreibstil hat mir auch gut gefallen und bis auf ein paar fehlende Kommas war er perfekt. Die Charakter waren jetzt nicht unbedingt tiefsinnig und man erfährt nicht unglaublich viel über sie, doch das kann man bei einem solchen Thema schon mal außer Acht lassen. Insgesamt ein gutes Buch, vielleicht nicht unbedingt für Jüngere geeignet und absolut empfehlenswert.

Der Roman Almost kostet im Taschenbuchformat 9,95€ und als e-Bookversion 7,99€. Verlegt wurde der Roman von dtv und hat 464 Seiten. Der Originaltitel lautet ebenfalls Almost.

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