Die Wahl

Ich habe es erst einmal sacken lassen – so gut es ging. Die Wahl in Amerika in der vergangenen Woche ist international durch alle Medien gegangen, viele waren geschockt. Dabei war Trump ein ernst zu nehmender Gegner für Hillary Clinton, der im Endeffekt dann gewonnen hat.

Die Wahl habe ich direkt nach dem Aufstehen mit dem Liveticker verfolgt. Unsere erste Stunde in der Schule an dem Tag fing an, Trump brauchte nur noch sechs Stimmen und allen war klar, für die ganzen Minderheiten in Amerika ist jetzt aller Hopfen und Malz verloren.

Wie eine Welle ging ein Aufschrei der Empörung durch die sozialen Medien, die ich im Moment auch nutze. Eine Menge Administratoren von lgbt+ Websiten sind besorgt, aufgeregt und gar in Panik. Eine schrieb:

Meine Grandma ist eine große Befürworterin der Elektroschocktherapie, und Trump will diese wieder einführen. Ich habe Angst, denn meine Granny kann meine Eltern zu allem überreden.

Ich kann die Panik des Mädchens nachvollziehen, die selber lesbisch ist, aber nicht

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Das Wahlsystem ist im Übrigen auch verbesserungswürdig.

verstehen. Bei uns gibt es so etwas nicht mehr – zum Glück. Doch für die ganzen queeren Amerikaner wird das nun hässliche Realität. Niemand wollte es wahrhaben, nun ist er da. Donald Trump. Mit propagandaartiger Werbung versprach er der Arbeiterklasse Amerikas das „alte“ Amerika wieder zurück zu gewinnen. Das Autos noch auf eigenem Grund und Boden produzierende Land. Wie konnte es so weit kommen, dass die Menschen in diesem Land so verzweifelt nach Änderung gieren? Sie sind schon ganz am Boden, schlimmer kann es nicht mehr kommen – sie wollen keinen weiteren Präsidenten der Eliteklasse (obwohl Obama schon eine immense Verbesserung war), keine weitere Clinton. Natürlich kann man es auch auf die amerikanische Highschool schieben, deren Standard erschreckend niedrig ist, also auf die leicht beschränkte Mehrheit der Bewohner Amerikas, aber nicht allein die sind an dem Desaster schuld.

Für uns in Deutschland, ein Ozean zwischen uns und der Wahl ist es leicht zu sagen: Wieso sehen die Amis nicht das große und ganze Übel? Weshalb verstehen die nicht, dass Trump mehr als einen Zug von einem gewissen Diktator übernommen hat, der auch einst über unserem Land herrschte? – Das zu sagen ist leicht, doch denken wir circa siebzig Jahre in der Geschichte zurück. Deutschland war bettelarm vom ersten Weltkrieg, verloren und hungernd. Doch dann kommt ein Mann, dessen Versprechen so verlockend klingen: Mehr Arbeit, mehr Geld. Die ganzen schlechten Kriterien ließen sich leicht überhören, bis die ersten Juden verschwanden. – Hitler hatte keine Zugangscodes für nukleare Waffen, doch Trump werden Selbstzerstörungsknöpfe auf dem Silbertablett serviert. Meine Frage ist jetzt, abgesehen von der schlechten Lage drüben im Westen: Wie wirkt sich das nun auf Deutschland aus?

Nun, wir haben ja so „allseits beliebte“ Parteien wie die AfD, die von dieser Wahl profitieren. Die Angst wächst international. In jedem westlichen Land, dass jetzt auf die harte Tour mitbekommen hat, dass, egal wie weit wir mit der Aufklärung sind, immer noch die Primitivität siegen kann, bricht leichte Panik aus. Bald sind auch bei uns wieder Wahlen und ich kann eins sagen: Die AfD wird sich diese Angst zu Nutzen machen. Ich weiß nicht wie, aber es wird passieren.

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