Ach du heilige Kacke

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DSCF3064Habe ich hier schon mal erwähnt, dass Überbleibsel aus vergangener Zeit spannend und aufregend sind? Nein? Nun, jetzt habe ich diese Pflicht erfüllt. – Südwest-England ist voller Moore; den Begriff Dartmoor kannte ich auch schon davor, nur wusste ich nicht, wo ich ihn gehört hatte – ich habe weiter darüber nachgedacht: Einen seiner berühmten Fälle löst Sherlock Holmes in eben diesem Moor. Da es aber zu weit von unserer vorübergehenden

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Um die Wegsteine hatten sich Pfützen gebildet

Bleibe lag, beschlossen wir zu dem näher gelegenen Bodmin Moor zu fahren. Nach einem leckeren Frühstück brachen wir auf und fanden mit Hilfe des Navis auch relativ schnell dahin – wobei schnell wohl ein unangebrachter Begriff ist, denn meine Mutter ist eine äußerst vorsichtige Fahrerin … zumindest in England. – Das Moor liegt an einem Ort namens Minions, das einem kostenlose Parkmöglichkeiten bietet. Wenn man das hat in England, sollte man zugreifen!

DSCF3063So landeten wir auf einem leeren Parkplatz der direkt an der Straße lag und ebenfalls direkt an das unglaublich grüne Hochmoor grenzte. Schon aus der Ferne sahen wir die Massen von Schafen, die dort vor sich hin grasten und hier und da vereinzelt Wanderer. Wir schnappten uns unsere Rucksäcke und marschierten los. Fast sofort stießen wir auf ein plötzliches Loch im Boden, einen kleinen Sumpf (erst ist ein Moor nichts als ein kleiner Tümpel, daraus entsteht dann je nach Klima Bruchwald oder ein ewig wachsendes und wieder einsackendes Hochmoor – ich hoffe, ihr wusstet das …), man muss echt vorsichtig sein, denn sonst kann man ganz leicht da rein treten. Schon auf den ersten Metern trafen wirDSCF3072 auch auf einen tropfnassen Hund mit einem ziemlich entnervten Herrchen, der uns erklärte, während der Hund an der Leine riss, dass sein Tier bei dem Gassigang in jede verfügbare Pfütze und in jeden Tümpel gehüpft ist, der sich ihm geboten hat. (Ja, Hunde sind erlaubt, aber wie fast überall nur an der Leine!) Ziemlich schnell erreichten wir die Steinkreise, von denen einer restauriert war. Nicht so beeindruckend groß wie Stonehenge (wobei man da durch die Touristenmassen kaum etwas sieht), aber dennoch unglaublich. Auf einer Informationstafel vor dem Moor stand geschrieben, dass die dort ansässigen Kelten die Steinkreise wohl als Wegmarkierungen durch das Moor verwendeten. Es ist atemberaubend sich vorzustellen, wie alt die Steine sein müssen und wie viel sie von der Welt gesehen haben – beziehungsweise nicht, denn sie waren über die Jahrtausende in das Moor eingesunken. Wie schon erwähnt, auch ein Hochmoor sinkt, obwohl es mehr wächst als dass man es bemerken könnte.

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Es sieht alles so klein aus der Ferne aus, aber die Formationen waren gut und gerne drei Meter hoch

Wir wanderten querfeldein, was ebenfalls erlaubt ist, wenn man vorsichtig ist. Über sanfte Hügel, zwischen niedrigen Büschen hindurch, an großen Pfützen vorbei, die später mal zu Seen werden, denn es regnet in der Gegend zu oft, als dass sie verschwinden könnten. Gekonnt ignorierten wir die Wege und hielten immer weiter auf einen winzigen Berg zu, der hinter den Steinkreisen aufragte. Auf dem niedrigen Gipfel standen Steinformationen, Felsen aufeinander gestapelt und trotzten dem schneidenden Wind. Wir gingen darauf zu und bestiegen ihn mühsam, denn auch wenn er klein war, ist er dennoch ziemlich steil und der Wind war wie gesagt nicht sehr gnädig mit uns. Oben angekommen hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf das weitläufige Moor, Hügel so weit das Auge DSCF3134reichte und in der Ferne sah ich einen glitzernden See, den ich mir unbedingt aus der Nähe anschauen wollte. So zog ich schon mal alleine los, während meine Mutter eine kurze Pause machte, und stieß dabei auch auf einen Weg, der zu der ehemaligen Pfütze hinführte. – Still und ruhig lag er da, der Wind wellte das Wasser nur ganz leicht, den der kleine See lag zwischen Hügeln ans Erdreich geschmiegt. Allein saß ich eine Weile da und setzte dann meinen Weg an der kleinen Klippe des Wassers fort zu einer Ruine, die man schon beim Ankommen hatte sehen können, die ich mir ebenfalls anschauen wollte.

DSCF3142DSCF3150Die Ruine war von Schafen bevölkert. Überall lag Wolle und Kot und man musste aufpassen, dass man in letzterem nicht ausrutschte. Die Schafe beäugten mich misstrauisch, kauten aber dennoch friedlich weiter an ihrem strahlend grünem Gras. Neugierig betrachtete ich das alte Gemäuer, dessen Geschichte mir zwar nicht geläufig ist, aber den Schnitt einer kleinen Kapelle hatte.

DSCF3157.JPGDanach stiegen wir vollkommen verschmutzt zurück in das aufgewärmte Auto – ein schwarzes Auto ist in keinem Land eine gute Idee, mag die Niederschlagsrate noch so hoch sein. Müde von der frischen Luft fuhren wir zurück und sind ausversehen nach einem Kreisel auf der falschen Seite gelandet, was uns fast ins Grab gebracht hätte.

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So verzaubert

Nach einer Mittagsruhe (man sollte es Frühnachmittagsruhe nennen) zogen wir nochmal los, wieder nach Charlestown. Unsere Gastgeber empfahlen uns einen Weg an den Klippen lang zu einem einsameren Strand als der, zu dem man direkten Zutritt durch das Dorf hat. So liefen wir an einem Weg, der am Anfang ganz schon aufwärts ging, entlang, der durch einen traumhaften kleinen Wald führte, in dem man versteht, weshalb so viele Mythen aus der Gegend von Feen handeln.

DSCF3174An dem Strand waren wie prophezeit kaum Menschen und wir liefen ein Weilchen dort entlang, bis uns auffiel, dass das Wasser stieg und machten uns schleunigst aus dem Staub, zurück auf die Klippen und von dort aus direkt zurück in das kleine Örtchen. – Auf den Klippen gab es noch Verteidigungsposten zu besichtigen – die Briten haben ganz schönes Vertrauen darauf, dass nichts demoliert wird – die in verschiedenen Kriegen genutzt worden waren. Beeindruckend.

Der Abend kam und nach einer Partie Schiffe versenken kam auch schon die Zeit zum Schlafen.

Das Copyright der Bilder liegt bei mir, also fragt bitte, falls ihr sie verwenden möchtet.

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Ein Gedanke zu “Ach du heilige Kacke

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